Segel setzen in MV – Berufsorientierung gesund gestalten
Eine mehrteilige Fortbildungsreihe für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte der Beruflichen Orientierung und Bildung (BO) in Mecklenburg-Vorpommern.
Handlungsbedarf:
Das Programm reagiert auf den erhöhten Bedarf an Gesundheitskompetenz im Übergangssystem, insbesondere im Kontext der psychischen Belastungen, die durch die Pandemie verstärkt wurden.
Ziel:
Die nachhaltige Förderung der psychischen Gesundheit und des seelischen Wohlbefindens von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beim Übergang von der Schule in den Beruf.
Inhalt:
Die Fortbildung umfasst fünf Termine mit vier zentralen Themen:
- Grundlagen der Selbstfürsorge (Fokus: Mentale Gesundheit)
- Gesundheit beim Übergang von der Schule in den Beruf (Fokus: Förderung des seelischen Wohlbefindens bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen)
- Schule als gesunde Organisation (Fokus: Kommunikation und Verständigung)
- Vielfalt erleben – Einander verstehen (Fokus: Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz)
Outcome:
Die Lehrkräfte und pädagogischen Fachkräfte erwerben Handlungskompetenzen, um die emotionale Selbstregulation, Selbstfürsorge und Selbstorganisation nachhaltig bei sich und vor allen Dingen als potenzielle Vertrauenspersonen, Lernbegleiter und Life- Coaches für Jugendliche und junge Erwachsene im Übergang in den Beruf, zu fördern.
Steigerung und Stärkung der Selbstwirksamkeit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Projektförderung erfolgt durch:
Die Förderung erfolgt mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen des GKV-Bündnisses für Gesundheit in M-V (GKV-Buendnis MV). Die Umsetzung erfolgt durch den Jugendförderverein Parchim-Lübz e. V.
Organisation und Anmeldung:
Die Termine für Inhouse-Schulungen erfolgen aktuell nach Absprache. Für das Jahr 2027 sind zentrale Veranstaltungen projektiert. Rückfragen senden Sie bitte per E-Mail an corinna.hilbert@jfv-pch.de.
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Fortbildungsreihe
Ziele:
Sich selbst kennen - Grundlagen der Selbstfürsorge
Fachkräfte:
- Kennen das Modell der ganzheitlichen Gesundheit, der Salutogenese sowie die Perspektive der Ressourcenorientierung
- Lernen verschiedene Coping-Strategien kennen und können diese selektiv und effektiv einsetzen
- Können Methoden zur Förderung des seelischen Wohlbefindens im Sinne der Selbstfürsorge anwenden
Inhalte:
- Modell der ganzheitlichen Gesundheit (WHO) und der Salutogenese nach A. Antonovsky
- Resilienz, Resilienzfaktoren, Resilienzforschung, Krisentheorie
- Auswirkungen von Stress auf den Körper, Stressregulierung
- Aktivierung von Schutzfaktoren, z. B. durch den Einsatz von Methoden der Selbst- und Fremdfürsorge
Methoden:
- Fachvortrag "Resilienz und Schutzfaktoren Lehrkräften"
- Gruppenarbeit zum Thema "Entspannungsmethoden und ihre alltagspraktische Anwendung in der Schule"
- Workaround
- Eigenreflexion, Flipchart
- Gruppenaktivierung
Kompetenzen:
- Förderung der Selbst- und Fremdwahrnehmung:
- Erkennen persönlicher Risiko- und Schutzfaktoren bzw. Ressourcen
- bewusstes Einsetzen der persönlichen Ressourcen
- Wahrnehmen eigener Gedanken und Emotionen - Verbessertes Stress- und Ressourcenmanagement
- Ausbau der persönlichen Bewältigungsstrategien und der Selbstfürsorge
Ziele:
Den anderen kennen - Gesundheit am Übergang von der Schule in den Beruf
Leitfragen:
- Wer ist die Gen Z/die Jugend in der Gegenwart und wie nimmt sie sich selbst wahr?
- Was wird über das seelische Wohlbefinden von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Gesundheitsberichterstattung angezeigt?
- Wie lässt sich das seelische Wohlbefinden im Berufsschulalltag fördern?
Inhalte:
- Erkenntnisse der Transitionsforschung/Übergangsforschung/Jugendforschung zu dem Übergang aus der Schule in den Beruf
- Mögliche Frühwarn-Signale im Hinblick auf die mentale Gesundheit in der Adoleszenz
- Interventions- und Fördermöglichkeiten zur Steigerung des seelischen Wohlbefindens
Methoden:
- Input/Fachvortrag
- Fallarbeit und Kollegiale Fallberatung (Peer-Coaching)
- Workaround
- Eigenreflexion
- Gruppenaktivierung
Kompetenzen:
- TN haben Kenntnis von der aktuellen Studienlage zur mentalen Gesundheit und zur Selbstwahrnehmung von Adoleszenten in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland
- TN können geeignete Methoden zur Beurteilung und Förderung des seelischen Wohlbefindens im Kontext der beruflichen Orientierung anwenden und im Rahmen kollegialer Beratung weitervermitteln
Ziele:
Die Welt kennen - Schule als gesunde Organisation
Leitfragen:
- Was macht eine Berufsschule zu einer gesunden Berufsschule?
- Welche Bedeutung hat wertschätzende Kommunikation für das seelische Wohlbefinden von Akteuren der beruflichen Bildung und Orientierung?
Inhalte:
- Grundlagen der Gesundheitsförderung in der Beruflichen Orientierung/Produktionsschule
- Methoden der wertschätzenden Kommunikation
- Methoden der Gesprächsführung für das individuelle Coaching
- Methoden der Konfliktbewältigung und -lösung
Methoden:
- Input/Fachvortrag
- Praktische Kommunikationsübungen
- Analoge/Digitale Präsentationen
Kompetenzen:
- TN können einrichtungsspezifische und unterrichtsgeeignete Maßnahmen zur Förderung des seelischen Wohlbefindens durch wertschätzende Kommunikation im Produktionsschulalltag vorschlagen und ggf. verantwortlich implementieren
Ziele:
Vielfalt erleben – Einander verstehen
Leitfragen:
- Welche kulturell geprägten Unterschiede können im Setting sichtbar werden (z. B. Autoritätsverständnis, Kommunikationsstile, Umgang mit Zeit, Lernkultur)?
- Wie können wir interkulturelle Missverständnisse erkennen, verstehen und sensibel klären?
- Wie kann Vielfalt als Ressource im berufsschulischen Kontext genutzt werden?
Inhalte:
- Migration und berufliche Bildung in Mecklenburg-Vorpommern (u. a. steigender Anteil von Jugendlichen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte, unterschiedliche Bildungsbiografien, Sprachbarrieren, Integrationsklassen)
- Kulturmodelle (z. B. Eisbergmodell, Schuld-&Schamkultur, Low vs. High Context, Machtdistanz)
- Vorurteile, Unbewusste Bias und Diskriminierungsrisiken
- Vielfalt als Ressource in heterogenen Klassen
- Sensibler Umgang mit Mehrsprachigkeit und unterschiedlichen Lernvoraussetzungen
- Praktisches Modul: Kulturbrille & interkulturelle Lernspiele (Sensibilisierung, Perspektivwechsel, Diversität erlebbar machen)
Methoden:
- Input/Fachvortrag
- Interkulturelle Trainingsspiele
- Analoge/Digitale Präsentationen
Kompetenzen:
- Interkulturelle Sensibilität und reflektierter Umgang mit eigenen kulturellen Prägungen
- Konstruktiver Umgang mit interkulturellen Konfliktsituationen im Unterricht
- Handlungskompetenz in kultursensibler Kommunikation und sprachlichen Differenzen
- Stärkung einer kulturinklusiven Lernumgebung in heterogenen Klassen