Segel setzen in MV – Berufsorientierung gesund gestalten
Eine Fortbildungsreihe für Lehrkräfte der Beruflichen Orientierung und Bildung (BO) zur Stärkung des eigenen und des seelischen Wohlbefindens von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beim Übergang von der Schule in den Beruf.
Es geht um mehr als um die reine Arbeitsfähigkeit!
Das Übergangssystem (Jugendliche, Eltern, Berufspädagogen, Schulen und Betriebe) ist stark gefragt, wenn es darum geht an der Fachkräftesicherung mitzuwirken. Für Lehrkräfte der BO ergeben sich vielfältige Anforderungen durch einen intensivierten Fokus auf die Bildungseinrichtungen in M-V. Es entsteht an diesem Übergang ein gesundheitsbezogener Qualifizierungsbedarf für Lehrkräfte, auf den das Fortbildungsangebot Segel setzen in MV – Berufsorientierung gesund gestalten reagiert.
Kompetent in die Zukunft – mit Zukunfts- und Transitionskompetenzen?
Die Teilnahme an der Fortbildung bereitet Lehrkräfte der BO auf vielfältige, den engen Bildungsauftrag überschreitende Unterstützungsbedarfe der SuS vor, indem sie zur Förderung der Kompetenzentwicklung in den Bereichen der emotionalen Selbstregulation, der Selbstfürsorge und der Selbstorganisation befähigt werden.
Für Jugendliche und junge Erwachsene ist der Übergang von der Schule in den Beruf voller Herausforderungen: In der Regel ist es die Lebensphase, in der sie verstärkt gefordert sind, sich selbst zu kennen, über eigene Fähigkeiten, Wünsche und Bedürfnisse reflektieren und sich darüber ausdrücken zu können. Sie sind gefordert Optionen der Zukunftsgestaltung zu erkennen, realistisch einschätzen und beurteilen zu können. Es wird von ihnen der Mut zur Entscheidung und die Bereitschaft zur Erprobung verlangt. Für junge Menschen ergibt sich aus dieser Gemengelage der Anforderungen an sie eine Vulnerabilität, d. h. eine Verletzlichkeit, die mit einer überdurchschnittlichen Anfälligkeit für die Entwicklung einer psychischen Erkrankung eingehen kann.
Der Übergang als Belastungsprobe
Nicht erst seit der Covid-19-Pandemie ist bekannt, dass die psychische Gesundheit auch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gefährdet ist. In der für das Land Mecklenburg-Vorpommern durchgeführten Sonderauswertung der DAK-Kinder- und Jugendstudie werden im Vergleich zum "Vorpandemie-Zeitraum" höhere Neuerkrankungsraten für Depressionen, Angststörungen und Essstörungen bei Jugendlichen festgestellt.
Gesetzliche Grundlage, Aufbau und Themen der Fortbildung Segel setzen in MV – Berufsorientierung gesund gestalten
Der Jugendförderverein Parchim/Lübz e. V. (Jfv) hat im Auftrag und unter der Zuwendung von Fördermitteln nach § 20a SGB V durch die Arbeitsgemeinschaft der Gesetzlichen Krankenversicherungen (ARGE GKV Bündnis für Gesundheit) in Mecklenburg-Vorpommern eine mehrteilige Fortbildung für Lehrkräfte der Beruflichen Orientierung und Bildung entwickelt. Das Ziel der Fortbildung ist es, Lehrkräfte zur Förderung des eigenen und des seelischen Wohlbefindens von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu befähigen.
An insgesamt 5 Terminen nehmen entweder einzelne Lehrkräfte einer Schule oder ganze Schul-Teams teil und bearbeiten Inhalte aus den folgenden drei Themenbereichen:
- Grundlagen der Selbstfürsorge (Fokus: Mentale Gesundheit)
- Gesundheit beim Übergang von der Schule in den Beruf (Fokus: Förderung des seelischen Wohlbefindens bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen)
- Schule als gesunde Organisation (Fokus: Kommunikation und Verständigung)
1. Sich selbst kennen - Grundlagen der Selbstfürsorge
Leitfragen
- Wie funktioniere ich und mein psychisches System?
- Was brauche ich, um Anforderungen zu bewältigen?
Lernziele
- TN kennen verschiedene Methoden des Selbstmanagements und der emotionalen Selbstregulation, können diese beurteilen, sie anwenden, über ihre Anwendung reflektieren und sich darüber ausdrücken; TN können die Entwicklung dieser Fähigkeiten und Kompetenzen bei sich selbst und anderen fördern
2. Den anderen kennen - Gesundheit beim Übergang von der Schule in den Beruf
Leitfragen
- Was wird über das seelische Wohlbefinden von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Gesundheitsberichterstattung angezeigt?
- Wie lässt sich das seelische Wohlbefinden im Berufsschulalltag fördern?
Lernziele
- TN haben Kenntnis von der aktuellen Studienlage zur mentalen Gesundheit und zur Selbstwahrnehmung von Adoleszenten in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland;
- TN können geeignete Methoden zur Beurteilung und Förderung des seelischen Wohlbefindens im Kontext der beruflichen Bildung anwenden
3. Die Welt kennen - Schule als gesunde Organisation
Leitfrage
- Was macht eine Berufsschule zu einer gesunden Berufsschule? Welche Bedeutung hat wertschätzende Kommunikation für das seelische Wohlbefinden von Akteuren der beruflichen Bildung und Orientierung?
Lernziele
- TN können einrichtungsspezifische und unterrichtsgeeignete Maßnahmen zur Förderung des seelischen Wohlbefindens durch wertschätzendes Handeln in der jeweiligen Bildungseinrichtung vorschlagen und ggf. verantwortlich implementieren
Organisatorisches
Die Fortbildungsreihe startet im Februar 2026 in den Räumlichkeiten des Kompetenzzentrums Berufliche Schulen in Rostock, Lütten-Klein. Die Termine des ersten Durchgangs finden von Februar – April statt; der zweite Durchgang startet im September und endet im November.
In den Sommermonaten wird Lehrkräften zusätzlich angeboten, an einem Wochenendseminar zu Positiver Psychologie und Mentaler Stärke im Schulalltag teilzunehmen. (Eigenbeteiligung: 150,- Euro)
Es ist ab sofort möglich, sich für die Teilnahme an der Fortbildung anzumelden!
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
anne.koppenburger@jfv-pch.de